Dienstag, 17. Februar 2015

Gelesen: "Die Schattenseherin" von Nina Hunter

Wo der Inhalt nicht zum Cover passt ...

Durch den Tintenzirkel kenne ich viele Autorinnen und Autoren, und natürlich möchte ich wissen was diese so schreiben. Deshalb landete Ninas Buch auf meinem Wunschzettel und anlässlich des Weihnachtswichtelns letztendlich unter meinem Weihnachtsbaum.

Das Cover ließ mich ahnen, dass es vorrangig um die Liebesbeziehung gehen würde, und auch das düstere Schloss erweckte bereits Ahnungen in mir, mit was es die Fotografin Zoe zutun bekommen würde.
Quelle: randomhouse.de

Das Cover ist hübsch, typisch für diese Art romantischer Fantasy möchte ich fast sagen und doch - es zeigt nicht Zoe, und das finde ich schade.
KlappentextDie Tatortfotografin Zoe verfügt über eine dunkle Gabe. Sobald sie mit dem Blut eines Ermordeten in Berührung kommt, durchlebt sie dessen letzte Augenblicke. Als ein mächtiger, jenseitiger Auftraggeber auf ihr Talent aufmerksam wird, gerät Zoes Leben völlig aus den Fugen. Unwillentlich wird sie zum Spielball eines Jahrhunderte währenden Kampfes zwischen Engeln und Dämonen. Einzig der geheimnisvolle Cale scheint auf ihrer Seite zu stehen. Doch kann Zoe ihm vertrauen?

In Anbetracht dessen, dass es sich um eine Gabe in Bezug auf Blut handelt, finde ich den Titel etwas unpassend. Viel schöner und passender finde ich, was auf der Rückseite über dem Klappentext steht: »Umarmung der Nacht«.

Jedoch gefällt mit der Inhalt der Schattenseherin sehr, sehr gut! Nina erzählt von Zoe, die dank ihrer Gabe mit den nicht irdischen Mächten aus Himmel und Hölle in Berühung kommt. Sie lernt mit einigen Schwierigkeiten Cale kennen, der ein düsteres Geheimnis in sich trägt - beinahe so düster, wie Zoe selbst ihr Geheimnis um ihre Fähigkeit betrachtet. Außerdem deuten viele Umstände daraufhin, dass Cale nicht so vertrauenswürdig ist, wie er vorzugeben scheint - ganz gleich, wie gern Zoe ihm vertrauen möchte.
Zoe erfährt durch ihre Arbeit und ihre Gabe von den Zusammenhängen zwischen Gut, Böse und wie Cale damit zusammenhängt, und kann schließlich für sich erkennen, wo die jenseitigen Mächte sie benutzen und fehlleiten und wo sie besser einfach auf ihr Herz hören sollte.

Ich habe das Wochenende mit diesem Buch verbracht, dessen wundervolle Kapitelenden ständig dazu animieren, weiterzulesen und das Buch möglichst selten aus der Hand zu legen. Und wenn man sich doch entscheidet, eine Pause zu machen, hält man dieses Vorhaben nicht lange durch. Ninas einfühlsamer Stil in intimen Momenten zwischen ihren Protagonisten verursacht Kribbeln und Seufzen, dass einem kaum Raum lässt, sich auf etwas anders als diese Szenen zu konzentrieren. Völlig gefesselt folgt man Zoe und Cale, wenn sie mit Tempo durch die Straßen Edinburghs laufen, Freunden und Feinden begegnen und die Geschichte von beiden Enden aufgreifen und zu einem passenden Ende führen.

Stilistisch kann ich mich an wenig Bücher erinnern, die sich so schön flüssig und angenehm haben lesen lassen.

Weil mich das Cover nichts zum Kauf des Buches überzeugt hätte, muss ich einen Stern abziehen. Ich möchte aber betonen, dass dies oft nicht in der Macht des Autors liegt - und selbst wenn Nina sich das Cover so gewünscht hat, für sie hat es dann offenbar gepasst und da möchte ich gar nicht rummäkeln.


Vier Sterne für Nina Hunters "Die Schattenseherin", erschienen im Heyne Verlag (ISBN 978-3453409248, 8,99 Taschenbuch, 320 Seiten - auch als eBook erhältlich)!

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