Freitag, 24. Oktober 2014

Interview: Autorin Petra Schmidt (Teil 1/2)


Interview

von Sarah König


Man hat eine Idee im Kopf und schreibt, summt oder zeichnet. Bringt sie an die Luft, auf dass sie sich entfalten kann. Autoren erschaffen Welten, Charaktere, Situationen. Und das oftmals einfach, weil sie Spaß daran haben! Sie versuchen sich, probieren verschiedene Dinge aus, finden zu sich beim Schreiben und freuen sich, wenn auch andere die Geschichten und Charaktere mögen. Ich möchte euch jemanden vorstellen, der gar nicht darüber nachgedacht hatte, einmal eine Geschichte zu veröffentlichen und es doch gewagt und geschafft hat.

Sie hat ihre Debüt im Machandel-Verlag veröffentlicht und genießt diese Zeit der Eindrücke und Aufmerksamkeit.

Mein heutiger E-Mail-Interviewpartner ist Petra Schmidt.

Geboren in Leipzig, aufgewachsen zwischen Büchern, wurde ihr Leben schon sehr früh von Geschichten geprägt, die sie sich ausdachte. Nach der Ausbildung zur Tierwirtin und der Geburt ihrer Tochter holte sie das reale Leben ein. Die Geschichten fanden bei ihr keinen Platz mehr.
Heute lebt sie in Bayern und die Geschichten haben wieder ihren Weg zu ihr gefunden.

Viel Vergnügen!

~*~

SK: Hallo! Sage ich Sie oder sage ich du?
PS: Gerne »du«, ist einfacher und macht nicht so alt. ;)

SK: Ich freue mich sehr, dass ich Dich heute interviewen darf. Was war das für ein Gefühl, als meine Anfrage Dich erreicht hat?
PS: Ich habe schon Interviews von Dir lesen dürfen und war damals schon begeistert. Als die Anfrage kam, war ich völlig aus dem Häuschen. ICH soll tatsächlich ein Interview geben? Wow

SK: Na klar sollst Du! Liebe Petra, ich kenne Dich aus dem Tintenzirkel (Anmerkung: Autorenforum, hier klicken!) und freue mich, dass ich Dich nun auch Verlagskollegin nennen darf! Dein Debüt »Silberwolf« erschien passend zum BuCon im Oktober im Machandel Verlag. Wie fühlt es sich an, seine Geschichte in die Welt zu verabschieden? Und magst Du uns ein wenig zur Entstehung des Romans verraten?

PS: Die Gestalt des Silberwolfes, die habe ich frei erfunden. Aber nicht die Wölfe in der Lausitz.
Meine Schwägerin Elke U. wohnt in der Gegend und bekommt einiges von den Wölfen durch die Presse mit.
Eines Tages erzählte sie mir, dass man wieder einen toten Wolf aufgefunden hatte. Sie schickte mir den entsprechenden Artikel. Ich war entsetzt. Warum machen Menschen das? Statt froh zu sein, endlich diese wunderbaren Tiere wieder bei uns zu haben, werden sie schon wieder verfolgt.
Bilder entstanden in meinem Kopf, die Geschichte begann sich zu erzählen, wollte aufgeschrieben werden. Von der Grausamkeit der Menschen dem Tier gegenüber. Dabei wollte ich allerdings nicht mit erhobenem Zeigefinger dastehen. Das steht mir nicht zu und ist nicht meine Art.
Die Legende vom Silberwolf wurde geboren. Ich habe eine Geschichte geschrieben, die zwar von der Grausamkeit auf der einen Seite aber auch der hingebungsvollen Liebe andererseits, zu den Tieren und speziell zu den Wölfen, erzählt.

Soweit war alles normal bei mir. Ist nicht meine erste Geschichte. Aber dann, am 11.10. auf dem BuCon.
Es war ein Wahnsinnsgefühl. Schon als ich zum Tisch des Machandel Verlages kam, fiel mir sofort das Poster auf. Die erste Gänsehaut ließ mich frösteln. Dann sah ich es. Wahnsinn!
Da lag tatsächlich mein Buch, mit meinem Namen - meinem Silberwolf. Ich traute mich erst gar nicht, die Schutzfolie zu entfernen. Erst die Ermunterung meiner Verlegerin, Charlotte Erpenbeck, ließ mich endlich fest zupacken. MEINS! Ich blätterte durch die Seiten, hielt meine Nase hinein. Hm, so gut hatte lang schon kein Buch mehr gerochen. Die Gefühle waren unglaublich. Ich bekomme jetzt noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke.

SK: Diese Gänsehaut liest man förmlich aus Deiner Antwort raus! Ich freue mich sehr, dass Dir dein Debüt so viel Spaß macht.
Die Geschichte um den Wolf, Deine Inspiration finde ich großartig wenn es auch ein grausiger Ursprung ist.
Nicht Deine erste Geschichte, sagst Du. Erzähl uns doch mehr was schreibst du noch? Gibt es aktuelle Projekte? Anderes auch als Fantasy?

PS: Der Beginn meiner »Schreibkariere« war eine Kurzgeschichte, die nach einer Ausschreibung ihren Platz beim Mondwolf Verlag fand.

Am liebsten schreibe ich tatsächlich Fantasygeschichten - für Jugendliche oder junge Erwachsene. Märchen und kleinere Geschichten mag ich auch sehr gern schreiben. Ich verbringe gern meine Zeit in anderen Welten oder vermische sie mit unserer. Und Tiergeschichten, ja die sind auch etwas Tolles und lassen sich wunderbar schreiben.

Ich wollte mal einen Krimi schreiben. Das habe ich aber ganz schnell wieder gelassen. In dem Buch haben sich die Leichen zu tote gelacht, über den Unsinn den ich geschrieben habe. Also lese ich lieber die Krimis und Thriller und schreibe weiter Fantasy.

Aktuell arbeite ich an einem Projekt, bei dem ich allerdings immer wieder Überraschungen erlebe. Entweder es kommen neue Figuren hinzu, die plötzlich mitmachen wollen oder die, die da sind, wollen nicht mehr das tun, was ich mir für sie ausgedacht habe. Klingt seltsam, ist aber so. :)

~*~

Teil 2/2 folgt morgen!

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