Sonntag, 23. Juni 2013

Gelesen: "Das Puppenzimer" von Maja Ilisch

Gruß zur späten Stunde am Sonntagabend Ende Juni hier auf meinem Blog, meine Lieben!

Warum ich "so spät" noch wach bin und sogar den Gedanken in die Tat umsetze, einen Blogeintrag in der Rubrik Gelesen zu verfassen? Die Antwort ist simpel: Ich kann nicht anders.

Gelesen habe ich Maja Ilisch "Das Puppenzimmer" (Amazon), erschienen als eBook im dotbooks Verlag.

(Bild-Quelle: lovelybooks.de)

Meine Fresse ... Entschuldigung. Aber ich weiß es auf Anhieb nicht anders in Worte zu fassen.

Ich kenne Maja, seit ich 2010 ihrem Autorenforum Tintenzirkel beigetreten bin und soweit ich das beurteilen kann, strebt sie nicht erst seit diesem Tag ihrer ersten Veröffentlichung entgegen. Einige Male haben wir uns persönlich getroffen und von jeher umgab diese Frau für mich eine ganz unheimliche Aura. Und das ist so positiv gemeint, wie man es sich nur vorstellen kann!
Ich kann im Grunde mit Grusel oder Horror in Büchern nicht viel anfangen. Eine leichte Gänsehaut, ein vor Angst an den Fingern beißen - selten erlebt bzw. gewünscht, wenn dann doch erfahren, recht schnell verdrängt. Einige wenige Ausnahmen bieten hier z. B. lediglich Beta-Leser-Erfahrungen für die reizende Hanna Nolden (Zum Blog: Klick) sowie dieses nun erschienene Debüt Majas.

"Das Puppenzimmer" landete kurz nach Erscheinen (21.06.) auf meinem Kindle und ich habe vor nicht einmal fünf Minuten das Kindle ausgestellt, denn ich war am Ende angekommen. An dem doofen offenen Ende, möchte ich dazu sagen - aber das ist wirklich das einzige Manko an diesem Buch.
Meine Wünsche an eine gute Geschichte wurden alle erfüllt: Charaktere, in die man sich hinein versetzten kann, mit denen man mitleidet oder sich mitfreut. Orte, so lebendig beschrieben, dass ich z. B. den Duft der vielen Blumen im Garten von Hollyhock bei jeder Zeile in der Nase hatte. Maja verwebt gekonnt das etwas losere Mundwerk der Ich-Erzählerin Florence mit dem Charme eines jungen Mädchens, das mit viel Gespür und wachem Verstand den Herrschaften, die sie aus dem Waisenhaus holen, auf den Zahn fühlt.

Kurzbeschreibung:
„Seine Stimme war leise und samtig, ein bisschen melancholisch. Bei den dunkel umrandeten Augen war auch kaum etwas anderes möglich. ‚Meine Schwester und ich sind auf der Suche nach einem Mädchen … Einem ganz besonderen Mädchen.‘“
London im Jahr 1908. Drei Wege führen aus dem Waisenhaus: der Tod, das Arbeitshaus oder eine Adoption. Als die junge Florence in den Haushalt der Familie Molyneux aufgenommen wird, kann sie eigentlich aufatmen – doch sie erkennt schnell, dass etwas auf dem prachtvollen Landsitz Hollyhock ganz und gar nicht stimmt. Warum darf außer ihr niemand das Zimmer voller alter Puppen betreten? Wieso kann sie dort manchmal Kinderlachen hören und manchmal ein Weinen? Und welches düstere Geheimnis bergen der gutaussehende Rufus Molyneux und seine eiskalte Schwester? Florence ahnt noch nicht, wie gefährlich Neugier sein kann – und dass nicht nur ihr Leben auf dem Spiel steht ...
Ein Fantasy-Lesevergnügen: unheimlich, schaurig-schön und immer wieder anders als erwartet!

Ich hatte nicht damit gerechnet, doch Maja Ilisch' "Das Puppenzimmer" fesselte mich von der ersten bis zur letzten Seite. Gar nicht weglegen wollte ich es, bloß weiterlesen und erfahren, welche Wendungen das nächste Kapitel bereithalten würden und was Florence auf Hollyhock noch alles widerfahren sollte. Ich bin sprachlos und ziehe mit einem Knix meinen imaginären Hut - grandios.

Für mich persönlich noch ein besonderer Pluspunkt: Rufus - ich liebe diesen Namen einfach.

Von mir für Maja - nebst abermaliger herzlicher Glückwünsche zu diesem großartigen Debüt - fünf Sterne.

Ich weiß, ich werde noch viel über Florence nachdenken.


Maja Ilisch
Homepage: http://ilisch.de/
Facebook: https://www.facebook.com/majailisch

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